Workshop Meditation und Selbsthilfe im Appenzell vom 24. bis 29. Juni 2011

Donnerstag, 28. Juli 2011

Im Mai 2011 bin ich im start again eingetreten. Seit diesem Zeitpunkt hörte ich widersprüchliche Äusserungen über diesen Workshop im Appenzell. Die Einen sagten: „ Dört isch es krass, muesch recht viel an dir schaffe!" Andere wiederum sagten: „Es isch wunderschön das Appizell aber dä Ischtelligs-Tag, döt got d'Poscht ab !!

Ich hatte schon ein recht mulmiges Gefühl als es am Freitag, dem 24. Juni soweit war. Kurz vor der Abfahrt kam noch eine Teamerin, um ein Foto von der Gruppe zu machen. Sie meinte, sie wolle ein Foto von vorher und eins von nachher machen. Nun war es ganz um mich geschehen. Angst kam in mir hoch: „Mein Gott, wie wird es dort sein?" Wir fuhren mit zwei Autos ins Appenzell. Im Auto in dem ich war, herrschte eine getrübte Stimmung. Nach einem kurzen Stopp an einer Raststätte kamen wir um ca. 16 Uhr im Appenzell an. Wir wurden herzlich von den Besitzern begrüsst. Der Bauernhof, auf dem sie leben, ist sehr schön und gemütlich eingerichtet. Ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl. Nach dem Einrichten des Tipis und dem Aufstellen von anderen Zelten liessen wir den Abend bei einem gemütlichen Grill-Essen ausklingen.

Die erste Nacht in meinem Zelt war der reinste Horror. Ich hatte die ganze Nacht mit meinem Schlafsack zu kämpfen und spürte am Morgen jeden einzelnen Knochen. Noch weitere solche Nächte und ich wäre ein körperliches Wrack, dachte ich für mich. Die schönen Zeiten des Zeltfeelings sind für mich als 45-jährigen definitiv vorbei. Am Samstagmittag wollten wir mit dem NA-Workshop beginnen. Diesmal ging es um den 11ten Schritt. Doch bevor wir überhaupt anfangen konnten, erfuhren wir, dass einer von uns gehen und die Therapie abbrechen wollte. Wir waren alle ziemlich geschockt!! Wir sassen dann im Tipi und ich kann es noch heute nicht mit Worten ausdrücken, welch positive und starke Gruppendynamik sich entwickelte. Alle trugen dazu bei, dass sich der Mitklient entschloss, doch noch zu bleiben. Wir waren sehr berührt, welch positive Energie in diesem Augenblick die Gruppe zusammenhielt. Dieses Erlebnis lässt mich an eine höhere Macht denken, die mit Worten nicht auszudrücken ist und scheint so passend zum 11ten Schritt.

Am Sonntag konnte ich glücklicherweise von meinem Zelt ins Haus wechseln, weil auch diese Nacht der reinste Alptraum gewesen war. Am Nachmittag gingen wir in die Badi nach Teufen. Den Abend liessen wir gemeinsam im Tipi am Lagerfeuer ausklingen. Am Montagmorgen hatten die meisten von uns gemischte Gefühle, denn an diesem Morgen ging die Einstellungs-arbeit, von der man so viel gehört hatte, los. Ich stellte jedoch fest, dass alles, was ich bis anhin gehört hatte, nicht stimmte. Die Einstellungsarbeit (= Lebens-Einstellung - die Einstellung, die uns bisher im Leben begleitete) war sehr emotional und einige mussten dabei auch weinen. Unser Selbsthilfeleiter Hans begleitete uns sehr professionell, einfühlend und hartnäckig. In den letzten Tagen hatte uns wunderschönes Wetter begleitet und am Dienstag konnten wir dann noch die letzten Einstellungssätze erarbeiten. Für mich waren diese Tage im Appenzell wunderschön, wenn sie auch im Hinblick auf den Gruppenprozess recht fordernd waren. Am Mittwochmorgen haben wir dann unsere Sachen gepackt und gemeinsam die letzten Tage Revue passieren lassen.

An dieser Stelle möchte ich unseren Gastgebern Marcel, Ruth und Lukas recht herzlich für Ihre grosszügige und freundliche Bewirtung danken, ohne die das Appenzell nicht den Erfolg gehabt hätte. Aber auch unseren Begleitern Tamara, Alex und Hans ein herzliches Dankeschön für die super Betreuung und Organisation. Und wer hätte es gedacht, ich würde mich riesig freuen, das Appenzell nochmals erleben zu dürfen. Aber unter uns, ich werde auch den Neuen sagen: „He, das Appizell isch voll krass, döt got voll d'Poscht ab !!"


J.M.



Workshop Meditation und Selbsthilfe im Appenzell vom 24. bis 29. Juni 2011 Workshop Meditation und Selbsthilfe im Appenzell vom 24. bis 29. Juni 2011

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