Erlebnistage vom 25.-30.09.2010

Samstag, 25. September 2010

In den Tagen vor der Abfahrt hatten die Klienten gemischte Gefühle. Die einen waren sehr gespannt auf das, was kommen würde und freuten sich darauf. Andere hatten Widerstände, waren erschöpft und wollten lieber „zuhause" bleiben, sich ihren Arbeiten widmen oder sich ausruhen. Die Wetterprognosen für die Zeit im Lager waren auch nicht gerade motivierend und verstärkten gewisse Vorbehalte zusätzlich. Die Vorstellung, bei anhaltend schlechtem Wetter in einer relativ grossen Gruppe vielleicht nur wenig rausgehen zu können und einen grossen Teil der Zeit auf engem Raum verbringen zu müssen, bereiteten einigen zusätzliche Sorgen. Das regnerische und graue Wetter am Samstag, dem Tag der Abreise, schienen die erwähnten Befürchtungen zu bestätigen. Als wir um ca. ein Uhr in Kreuzlingen ankamen, richteten wir uns zuerst einmal im Pfadilager ein. Nach einer erfrischenden Dusche und dem ersten Kaffee vor Ort, begannen einige von uns die mitgebrachten Spiele auszupacken. Ein neues, uns noch unbekanntes Spiel, das „Activity" machte grossen Spass und die Stimmung lockerte sich zusehends. Es wurde viel geredet, gelacht und man kam langsam in der neuen Umgebung an. Am Abend waren dann der grösste Teil der Widerstände abgebaut und die Leute fühlten sich fast rund um wohl.

Am Sonntag gingen wir in den Säntispark, flitzten die Wasserrutschbahn hinunter und entspannten uns im warmen Pool. Am Abend waren nun auch die letzten Skeptiker relaxt und definitiv im Lager angekommen. Zum Abschluss des Tages schauten wir uns noch gemeinsam den Film „Slumdog millionair" an. Eine ergreifende aber teilweise auch harte Liebesgeschichte, welche uns allen ziemlich gut gefiel und die meisten sehr berührte. Am Montag ging es in den „Kletter-und Seilpark Neuhaus". Hier galt es verschiedene Parcours oder Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu bewältigen. Während die einen in demütiger Selbsteinschätzung eine Tour mit Schwierigkeitsgrad 5 bis 9 wählten, entschieden sich ein paar wenige für den 10.Grad, den sogenannten Hell-Trip. Für einige sollte sich dieser dann auch als solchen erweisen. Auch an diesem Abend war die Stimmung der Gruppe sehr gut, obwohl die Erschöpfung bei den Meisten doch sehr spürbar war und deshalb viele schon früh schlafen gingen. Am Dienstag machten wir eine Wanderung dem Rhein entlang und ein Teil der Gruppe besuchte noch den, zurecht so genannten, „Paradiesgarten" eines am Wege liegenden Klosters. Nach dem Abendessen besuchten wir das Planetarium in Kreuzlingen. Ein ebenfalls nicht nur interessantes und informatives, sondern auch nach wirkendes Erlebnis. Der Mittwoch hatte es dann aber, was Einsatz und Anstrengung betrifft, definitiv in sich. Wir gingen zu Fuss zum Kreuzlinger Bahnhof um die gemieteten Fahrräder in Empfang zu nehmen. Anschliessend machten wir uns auf den 30km langen Weg nach Arbon. Trotz des nicht gerade heiteren Wetters handelte es sich um eine schöne Tour dem idyllischen Bodensee entlang. Als wir allerdings in Arbon ankamen, waren die meisten schon ein bisschen bis sehr erschöpft und nur vier von uns mochten noch, wie es ausserdem geplant war, Volleyball spielen. Nach einer längeren Rast und einer ausgiebigen Verpflegung machten wir uns schliesslich auf den Rückweg. Bei den zweiten 30km kamen dann aber doch die meisten an ihre Grenzen. Das durch den Sattel am meisten beanspruchte Körperteil, wurde bei den meisten, welche sich regelmässiges und ausgiebiges Fahrradfahren nicht gewohnt sind, stark überstrapaziert und schmerzte gerade während den letzten paar Kilometer doch sehr. Selbst ein Anhänger eines kultivierten Sprachgebrauchs kann sich an dieser Stelle die Bemerkung nicht verkneifen: mein A. war am A. (Bemerkung: der Verfasser dieser Zeilen meditiert seither stehend). Auch an diesem Abend war, trotz grosser Erschöpfung, die Stimmung sehr gut. Nach dem letzten Abendessen dieses Lagers, es gab ein leckeres Raclette, gingen wir noch alle zusammen auf die Schulhauswiese und schlossen das Lager im Fackelschein mit einer anheimelnden Zeremonie ab. Hier konnte jeder noch ausdrücken, wie er die gemeinsame Zeit empfunden hat und was sie oder er für sich daraus mitnehmen würde. Es zeigte sich, dass die Zeit zwar für viele auch anstrengend war, aber alle, Klienten wie Betreuer, die gemeinsam verbrachten Tage genossen haben. Am nächsten Tag, dem Donnerstag, reinigten wir nach dem Frühstück das Haus und machten uns, zum Teil mit wehmütigen Gefühlen, auf den Rückweg ins Start Again.

Fazit: Es handelte sich zum Teil um anstrengende aber erlebnisreiche Tage. Wir haben viel zusammen unternommen und sind uns gegenseitig näher gekommen. Die neuen Klienten, welche zum Teil erst seit ein paar wenigen Tagen im Start Again sind, konnten sich gut in die bestehende Gruppe und die Abläufe integrieren. Sie fühlten sich wohl und in die Gruppe aufgenommen. Die Klienten, welche schon länger dabei sind, konnten die „Frischlinge" und auch die Klienten einer anderen Rahmung, mit denen sie sonst nicht ganz so viel zu tun haben, besser kennen lernen. Auch die Bereitschaft mit zu helfen bzw. die Zusammenarbeit war gut und man brauchte nie gross das Erledigen von Arbeiten und Ämtli zu organisieren. Ein Dankeschön auch an die Mitarbeiter des Start Again, bei denen man sich jederzeit gut betreut fühlte und die sich grosse Mühe bei der Planung der Aktivitäten gegeben haben.

Ich freue mich aufs nächste Mal (dann aber mit Sattelpolster)

U.W. Klient, im Oktober 2010



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